Nützliches Wissen über Bienen und Honig
Wenn draußen Kälte und Schnee dominieren, bleiben Honigbienen im Stock. Sie bilden eine eng zusammensitzende Wintertraube, in deren Zentrum die Königin sitzt. Durch leichtes Muskelzittern erzeugen die Arbeiterinnen Wärme und halten so eine konstante Temperatur. An Futterwaben bedienen sie sich langsam, ohne große Wege zurückzulegen. Zwar fliegen sie kaum aus, doch an milden Tagen nutzen sie kurze Momente für Reinigungsflüge. So übersteht das Volk gemeinsam den Winter, vorausgesetzt, der Imker hat sie gut durch den Herbst geführt (für ausreichend Futter gesorgt und gut gegen die Varroamilbe behandelt).
Honig besteht aus Zucker (vor allem Glukose und Fruktose) und Wasser. Bei Phasentrennung (=Entmischung) kristallisiert die weniger lösliche Glukose aus, bildet feste Kristalle und trennt sich vom sirupartigen Fruchtzuckergemisch (obere Schicht: mehr Fruktose und Wasser; untere Schicht: mehr Glukose).
Temperatur, Wassergehalt und Pollenzusatz beeinflussen Geschwindigkeit und Struktur der Kristallbildung. Am ehesten kommt dieser Vorgang bei Cremehonigen vor, die im Einzelhandel nicht optimal temperiert stehen. Sofern der Imker auf niedrigen Wassergehalt im Honig geachtet hat, hat dieses Phänomen in der Regel keinen großen Einfluss auf Haltbarkeit. Beim Kauf direkt beim Imker könnte so ein Glas auf eine lange und nicht ideale Lagerung oder unzureichendes Rühren hindeuten.
Ältere Waben wirken oft deutlich dunkler als frisch gebaute, fast weiße Waben. Mit jeder Brutgeneration verbleiben winzige Kokonreste in den Zellen, die das Wachs nach und nach bräunen. Auch eingetragener Pollen und Propolis tragen zur Farbvertiefung bei. Die dunkle Färbung ist also ein natürlicher Alterungsprozess.
ImkerInnen tauschen solche Waben regelmäßig aus, um die Hygiene im Bienenvolk zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen, denn bestimmte Erreger, etwa Sporen von Bakterien oder Pilze, können sich im Wachs halten.
Die Varroamilbe ist einer der gefährlichsten Schädlinge für Honigbienen. Die häufiger sichbare, weibliche Milbe ist ein dunkel rotbrauner, ovaler und flacher Parasit, der nur wenige Millimeter misst und damit kaum größer als ein Stecknadelkopf ist. Sie besitzt vier Beinpaare und haftet mit fest am Bienenkörper, wodurch sie schwer zu entfernen ist.
Als Parasit schwächt sie einzelne Tiere, überträgt Viren und kann ganze Völker zum Zusammenbruch bringen. Besonders gefährlich ist dabei der Flügeldeformationsvirus, der missgebildete Flügel verursacht und junge Bienen flugunfähig macht. Imkerinnen und Imker müssen ihre Völker daher regelmäßig kontrollieren und gezielt behandeln. Nachhaltige Bekämpfungsmaßnahmen und frühe Erkennung sind entscheidend, um die Bienen zu schützen.
Honig besteht hauptsächlich aus Zucker (etwa 80 % Fruktose und Glukose) und Wasser (etwa 17 %). Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Inhaltsstoffe wie Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine, organische Säuren, Aromen und Farbstoffe. Den vielen Elementen, die man im Haushaltszucker vermisst, verdankt der Honig seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Darüber hinaus hat Honig eine mindestens 25 Prozent höhere Süßkraft als Rübenzucker!
Mehr als 60.000 Arbeiterinnen leben in einem Bienenvolk im Sommer. Sie erledigen ihre verschiedenen Aufgaben jeweils mit einem genetisch vorgegebenen Alter. Perfekt aufeinander abgestimmt, füttern sie die jungen Larven, putzen sie , bauen sie frische Waben, sammeln Nektar und Pollen und bewachen den Eingang ihres Bienenstockes. Nur durch das perfekte Zusammenspiel der Arbeiterbienen funktioniert der Superorganismus "Bien".


